Beruf TramführerIn

Wie sieht der Alltag eines Tramchaffeurs aus? Was sind das für Leute, die tagtäglich die 40 Meter langen Züge durch die Stadt steuern? Wie viel Geld verdienen wir? Kann ich das auch machen?

Natürlich gibt es Informationen auf den Seiten der jeweiligen Verkehrsbetriebe in den Schweizer Städten, so bspw. hier in Zürich (Überblick bzw ein paar Details). Ähnliches gibt es auch für Bern und Basel.

Für mich persönlich sind es vier Faktoren, die den Alltag prägen:

  • Fahrgäste: Unsere Kundschaft. Die Zürcher lieben ihr Tram heiss und innig. Aber sie erwarten auch viel. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung – denn man benutzt Tram und Bus eigentlich nur aus einer gewissen Notwendigkeit heraus, die allerwenigsten fahren Tram, weil sie jetzt gerade unbedingt in einem Tram sitzen wollen. Sondern weil sie einfach nur irgendwo hin wollen oder müssen. D.h. ein Tramführer hat die Aufgabe, diese Reise so sicher, pünktlich, unspektakulär und bequem zu liefern. Und das ist nicht immer so einfach.
  • Verkehr: In Zürich fahren die Trams zwar weitgehend auf eigenen Spuren oder gar auf einem eigenen Trassee. Aber das Miteinander (manchmal auch Gegeneinander) mit den anderen Verkehrsteilnehmern ist Alltag. Im Smartphone toggelnde und abwesende Fussgänger, telefonierende Automobilisten, überbreite LKWs, lebensmüde Velofahrer – als Tramführer muss man sehr oft für andere mitdenken, damit es nicht kracht.
  • Maschinen: Das Bewegen der tonnenschweren Gefährte kann man eigentlich recht schnell lernen – schliesslich dauert die Ausbildung auch nur 2 Monate. Aber richtig „Fahren“ lernt man lebenslang. Der lange Bremsweg auf der Schiene macht ein Tram gefährlich – mit dieser Verantwortung muss man umgehen können.
  • Betrieb und Arbeitsbedingungen: Wichtig für den Beruf des Tramführers ist die Tatsache, dass man mit dem wechslenden Arbeitszeiten eines Schichtdienstes zurecht kommen können muss. Arbeit, Freizeitbedürfnisse und Familie kommen sich immer wieder gegenseitig in die Quere – das sollte man wissen, und damit muss man leben können.
    Ich persönlich erlebe meinen Arbeitgeber als weitgehend fairen Betrieb. Natürlich gibt es in jedem Betrieb der Welt immer Sachen, die nicht so laufen, wie man es als Arbeitnehmer gerne hätte – aber ich habe in meinen Leben schon eine Reihe schlechterer Arbeitgeber erleben müssen.

Wenn sie weitere Fragen haben, mailen Sie mir: tramblogger@tramblog.ch

2 Kommentare zu Beruf TramführerIn

  1. Juan Kablé sagt:

    Grüezi wohl,

    Mein Name ist Juan. Ich lebe seit 4 Jahren in der CH und bin aus der Gastronomie. Jetzt habe ich mich bei der VBZ zum Tramfahrer beworben. Seit ich beruflich jeden Tag in ZH bin hat mich die Faszination, einmal eine Tram selber zufahren nicht mehr losgelassen. Ich finde es einfach nur cool und lässig wie die Fahrer vorne sitzen und den ganzen Tag durch ZH fahren. Ich weiß das meine Vorstellung eines Alltags in Wirklichkeit wohl nicht so romantisch sein werden, aber wenn man wie ich nach über 15 Jahren den Schritt raus aus der Gastronomie und hinein in ein komplett anderes Umfeld wagt, dann sieht man zuerst nur die coolen Sachen. Genau wenn man verliebt ist und die rosa Brille aufhat.
    Naja was ich eigentlich wissen möchte, wie kann ich das im Interview am besten rüberbringen, wieso ich mich auf diesen Job beworben habe. Zu sagen mich kotzt die gastro immer mehr an und ich finde es einfach nur lässig mit einer Sonnenbrille die Tram durch ZH zu jagen, kommt bestimmt nicht gut an!
    Und ich hätte auch Fragen zu den Arbeitszeiten. Die hat man mir bereits erklärt jedoch ist das alles sehr viel Info auf einmal. Stimmt es das man zwischen den Schichten oft nur 3-4 std schlafen kann. Das man bis 24 oder 1h nachts arbeitet und dann morgens um 3:30h wieder Dienst hat!?
    Was macht man mal wenn man 4-5 std am Stück fährt und man muss mal aufs WC?
    Mir wurde auch ein Wohnungswechsel in ZH City empfohlen, da man oft Linien und Tram bzw Wendepunkte mehrmals am Tag wechseln muss. Leben denn alle tramfahrer in der Stadt?
    Wie kommt man dann am besten zu all den verschiedenen Stationen? Parkplätze bekommt man ja fürs eigene Auto nicht zur Verfügung gestellt, wurde mir gesagt!
    Wenn man sich bewirbt klingt das natürlich sehr komplex im ersten Moment. Klar die Erfahrung und der Alltag kommen, jedoch hatte ich in einem Interview mit einem Schichtleiter das Gefühl man wolle mir den Job und die Motivation eher Ausreden. Was meinem vorhaben diesen Job unbedingt machen zu wollen jedoch nicht geschadet hat.
    Ich finde es toll das ich diesen Blog hier gefunden hab und hoffe mit jemandem in Kontakt zu kommen der mir meine ganzen Fragen etwas genauer erklären kann und mir ein paar Tipps gibt wie ich was wo und wie am besten mache.
    Denn wie gesagt…ich möchte unbedingt einen Job als tramfahrer bei der VBZ

    Gruß

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